Arbeitsmarkt-Puls Februar 2026: Die Wende ist da
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Chief Recruiter

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3. Februar 2026

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Teil von Recruiting Daten & Statistiken für Schweizer KMU: Der umfassende Leitfaden | heyFinn

Arbeitsmarkt-Puls Februar 2026: Die Wende ist da

Der KOF Beschäftigungsindikator steigt zum zweiten Mal in Folge auf +2.4 Punkte und liegt erstmals seit über einem Jahr wieder über dem langjährigen Durchschnitt. Die Trendwende am Schweizer Stellenmarkt zeichnet sich ab.

+2.4 Punkte. Der KOF Beschäftigungsindikator für das erste Quartal 2026 markiert einen Wendepunkt: Zum zweiten Mal in Folge steigt der wichtigste Frühindikator für die Schweizer Beschäftigung – und liegt nun erstmals seit über einem Jahr wieder über seinem langjährigen Durchschnitt. Die Botschaft ist klar: Mehr Unternehmen planen Stellenaufbau als Stellenabbau. Gleichzeitig entspannt sich der Fachkräftemangel weiter – der Index liegt 22% unter dem Vorjahr, nur noch 4 von 32 Berufsgruppen sind betroffen. In diesem Puls-Update analysieren wir, was die Trendwende für Ihre Recruiting-Strategie bedeutet.

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KOF Beschäftigungsindikator: Über dem Durchschnitt

Der KOF Beschäftigungsindikator ist der verlässlichste Frühindikator für die Entwicklung am Schweizer Arbeitsmarkt. Er basiert auf Unternehmensbefragungen zu geplanten Personalveränderungen und signalisiert die Beschäftigungsentwicklung der kommenden 2-3 Quartale. Die neuesten Zahlen vom Februar 2026: - Q1 2026: +2.4 Punkte (aktuell) - Q4 2025: +1.3 Punkte (revidiert von +0.7) - Q3 2025: -0.5 Punkte Der Anstieg von +1.1 Punkten gegenüber dem Vorquartal setzt die Erholung fort, die im vierten Quartal 2025 begann. Entscheidend: Der Indikator liegt nun über dem langjährigen Durchschnitt – das war zuletzt Ende 2024 der Fall. Was bedeutet ein positiver Wert? Mehr Schweizer Unternehmen erwarten, in den kommenden Monaten Stellen aufzubauen, als es Unternehmen gibt, die Stellen abbauen wollen. Die Beschäftigungsaussichten verbessern sich.

Die 5 wichtigsten Signale im Februar 2026

  • KOF Beschäftigungsindikator bei +2.4 – erstmals wieder über dem Durchschnitt
  • Bausektor bei +10.6 Punkten – höchster Stand seit über zwei Jahren
  • Fachkräftemangel-Index -22% im Jahresvergleich, nur noch 4/32 Berufsgruppen betroffen
  • Arbeitslosenquote bei 3.0% (Dezember 2025), Jahresschnitt 2025 bei 2.8%
  • Schweiz-USA Zolleinigung (39% → 15%) stabilisiert Exportindustrie

Branchenbild: Bau boomt, Handel schwächelt

Die Erholung verteilt sich ungleich auf die Branchen. Die KOF-Daten zeigen ein zweigeteiltes Bild: Gewinner (positiver Beschäftigungsindikator): - Bausektor: +10.6 Punkte (höchster Wert seit 2+ Jahren) - Übrige Dienstleistungen: +7.3 Punkte Verlierer (negativer Beschäftigungsindikator): - Grosshandel: -11.1 Punkte (Verschlechterung von -9.6) - Industrie: -7.0 Punkte (Verbesserung von -11.5) - Detailhandel: -3.1 Punkte - Gastgewerbe: -2.4 Punkte (leichte Verbesserung) Der Bausektor profitiert von der robusten Auftragslage und dem anhaltenden Wohnungsbau. Die Industrie erholt sich langsam von der europäischen Flaute – die Schweiz-USA Zolleinigung vom November 2025 dürfte hier stabilisierend wirken. Der Detailhandel kämpft weiter mit dem Strukturwandel durch E-Commerce. Für Recruiter bedeutet das: Die Branche, in der Sie suchen, bestimmt massgeblich Ihre Erfolgschancen.

Der KOF Beschäftigungsindikator liegt mit +2.4 Punkten erstmals seit über einem Jahr wieder über seinem langjährigen Durchschnitt. Die Aussichten auf dem Schweizer Arbeitsmarkt verbessern sich. — KOF Institut, ETH Zürich

Fachkräftemangel: Die grosse Entspannung

Eine der bemerkenswertesten Entwicklungen: Der Fachkräftemangel-Index liegt 22% unter dem Vorjahreswert und nähert sich dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Die Zahlen im Detail: - Offene Stellen: -8% gegenüber Vorjahr - Stellensuchende: +17% gegenüber Vorjahr - Arbeitslose Ende 2025: 139'000 - Offene Stellen: ~33'000 Nur noch 4 von 32 Berufsgruppen sind vom echten Fachkräftemangel betroffen: 1. Gesundheitsberufe (Fachärzte, Pflegefachkräfte, Apotheker) – demografiebedingt 2. Bauführer und Poliere – robuste Auftragslage 3. Technische Spezialisten – anhaltende Digitalisierung 4. Ingenieure – Infrastrukturprojekte Besonders auffällig: KI-exponierte Berufe wie KV-Stellen, IT und Kriminalbeamte zeigen erstmals ein Überangebot. Die KI-Transformation des Arbeitsmarkts hinterlässt messbare Spuren.

Arbeitsmarkt: Januar 2025 vs. Februar 2026

Januar 2025

  • KOF Job Tracker: 136 Punkte (Höchststand)
  • Beschäftigungsindikator: negativ
  • Fachkräftemangel: 12+ Berufsgruppen betroffen
  • Narrative: Überhitzung, Kampf um Talente
  • Arbeitslosenquote: 2.3%

Februar 2026

  • KOF Job Tracker: 127.6 Punkte (-6.2% YoY)
  • Beschäftigungsindikator: +2.4 (über Durchschnitt)
  • Fachkräftemangel: nur 4 Berufsgruppen betroffen
  • Narrative: Normalisierung, selektiver Aufbau
  • Arbeitslosenquote: 3.0%

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Der USA-Faktor: Zolleinigung wirkt

Ein unterschätzter Faktor für die verbesserten Beschäftigungsaussichten: Die Schweiz-USA Absichtserklärung vom 14. November 2025. Nach den überraschenden Trump-Zöllen von 39% im August 2025 – einem der weltweit höchsten Sätze – einigten sich beide Länder auf eine Reduktion auf 15%. Die Käseexporte, die im August um 55% eingebrochen waren, erholen sich. Die KOF-Ökonomen sehen einen direkten Zusammenhang: Die verbesserten Beschäftigungserwartungen zwischen Oktober und Dezember 2025 dürften teilweise auf die Zolleinigung zurückzuführen sein. Für exportorientierte Branchen – Pharma, Maschinen, Uhren, Nahrungsmittel – bedeutet das: Die Planungssicherheit kehrt zurück. Und mit ihr die Bereitschaft, wieder einzustellen. Dennoch bleibt Vorsicht geboten: 15% Zoll sind immer noch eine erhebliche Belastung. Die Raiffeisen-Ökonomen erwarten für 2026 ein BIP-Wachstum von unter 1% – weit unter dem langjährigen Durchschnitt von 1.8%.

Was bedeutet das für Recruiter?

Die Trendwende am Beschäftigungsindikator hat konkrete Implikationen: 1. Das Zeitfenster öffnet sich Wenn der Beschäftigungsindikator dreht, folgen die tatsächlichen Einstellungen mit 3-6 Monaten Verzögerung. Unternehmen, die jetzt ihre Recruiting-Pipeline aufbauen, sind bereit, wenn die Nachfrage anzieht. 2. Branchenfokus wird entscheidend Bau (+10.6) und Dienstleistungen (+7.3) bieten Chancen. Grosshandel (-11.1) und Industrie (-7.0) bleiben herausfordernd. Ihre Branchenstrategie bestimmt den Erfolg. 3. Die richtigen Profile ändern sich Mit dem Rückgang des Fachkräftemangels in KI-exponierten Berufen verschieben sich die knappen Profile. Gesundheit, Bau und technische Berufe bleiben schwer zu besetzen – hier lohnt sich der Einsatz von Social Recruiting. 4. Qualität schlägt Quantität Weniger Fachkräftemangel bedeutet mehr Auswahl für Arbeitgeber – aber auch höhere Erwartungen der Kandidaten. Die Qualität Ihrer Stellenanzeige und Candidate Experience wird wichtiger.

Ausblick: Was kommt im März?

Im März 2026 erwarten wir: - SECO-Arbeitsmarktbericht Januar 2026 (bereits erschienen am 3. Februar) - KOF Konjunkturbarometer Februar 2026: Bestätigt sich die Stabilisierung? - BFS Grenzgänger Q4 2025: Neue Quartalsdaten zu den rund 400'000 Grenzgängern Im Redaktionsplan stehen die Flaggschiff-Analysen: - C1 – Die zwei Arbeitslosenquoten: Warum SECO 3.0% meldet und das BFS fast 5% - A1 – Arbeitsmarkt-Röntgenbild Q1 2026: Die grosse Quartalsanalyse Der nächste Arbeitsmarkt-Puls erscheint Anfang März 2026.

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