
Finn
Chief Recruiter
27. Januar 2026
•5 Min. Lesezeit
Teil von Recruiting Daten & Statistiken für Schweizer KMU: Der umfassende Leitfaden | heyFinn
Arbeitsmarkt-Puls Januar 2026: Stellenindex auf 15-Monats-Tief
Der KOF Swiss Job Tracker fällt im Januar auf 123.2 Punkte – den tiefsten Stand seit Oktober 2024. Doch das Konjunkturbarometer signalisiert Erholung. Was die Divergenz bedeutet.
123.2 Punkte. So tief stand der KOF Swiss Job Tracker Anfang Januar 2026 – das ist der niedrigste Wert seit Oktober 2024 und ein Rückgang von 12.1% gegenüber dem Allzeithoch vom Februar 2025. Die Stellenausschreibungen auf Schweizer Jobportalen schrumpfen seit fast einem Jahr kontinuierlich. Doch gleichzeitig klettert das KOF Konjunkturbarometer auf 103.4 Punkte und signalisiert wirtschaftliche Erholung. Diese Divergenz – weniger Stellen bei besserer Konjunktur – ist das prägende Signal für den Schweizer Arbeitsmarkt im Januar 2026. In diesem Puls-Update analysieren wir die neuesten Daten und zeigen, was die Entwicklung für Ihre Recruiting-Strategie bedeutet.
Bereit zum Ausprobieren? Testen Sie heyFinn kostenlos – keine Kreditkarte nötig.
Jetzt startenKOF Swiss Job Tracker: 12% unter dem Höchststand
Der KOF Swiss Job Tracker misst wöchentlich die Zahl der Online-Stellenausschreibungen auf Schweizer Jobportalen. Der Index (Basis 100 = 2018) zeigt die Dynamik des Stellenmarkts in Echtzeit. Die Januar-Daten zeichnen ein klares Bild: - Woche 1 (2. Januar): 124.6 Punkte - Woche 2 (9. Januar): 123.2 Punkte – Tiefststand seit Oktober 2024 - Woche 3 (16. Januar): 125.2 Punkte – leichte Erholung - Woche 4 (23. Januar): 126.9 Punkte – Aufwärtstrend setzt sich fort Zum Vergleich: Vor genau einem Jahr, am 24. Januar 2025, lag der Index noch bei 136.1 Punkten. Das bedeutet einen Rückgang von 6.8% im Jahresvergleich. Noch drastischer ist der Vergleich mit dem Allzeithoch vom 14. Februar 2025 bei 140.2 Punkten – ein Minus von 9.5%. Die gute Nachricht: Nach dem Tiefpunkt in Woche 2 hat sich der Index erholt. Die 3.7 Punkte Zuwachs von Woche 2 auf Woche 4 sind der stärkste Zwei-Wochen-Anstieg seit Oktober 2025. Der Abwärtstrend könnte sich abschwächen.
Stellenindex: Januar 2025 vs. Januar 2026
Januar 2025
- Woche 1: 134.7 Punkte
- Woche 2: 135.4 Punkte
- Woche 3: 137.3 Punkte
- Woche 4: 136.1 Punkte
- Trend: Aufwärts Richtung Höchststand
Januar 2026
- Woche 1: 124.6 Punkte
- Woche 2: 123.2 Punkte (15-Monats-Tief)
- Woche 3: 125.2 Punkte
- Woche 4: 126.9 Punkte
- Trend: Bodenbildung nach 11-monatigem Rückgang
Das Divergenz-Signal: Konjunktur rauf, Stellen runter
Die spannendste Entwicklung im Januar 2026 ist nicht der Stellenrückgang allein – sondern die Divergenz zwischen Konjunkturausblick und Stellenmarkt. Das KOF Konjunkturbarometer – der wichtigste Frühindikator für die Schweizer Wirtschaft – stieg im Dezember 2025 auf 103.4 Punkte. Werte über 100 signalisieren überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum. Im Juni 2025 lag das Barometer noch bei 95.5 Punkten – einem Tiefpunkt. Seither: +8.3% Erholung. Normalerweise laufen Konjunktur und Stellenmarkt parallel. Wenn Unternehmen optimistisch in die Zukunft blicken, stellen sie ein. Wenn die Aussichten trüb sind, stoppen sie die Rekrutierung. Doch seit Herbst 2025 divergieren die Indikatoren: Das Konjunkturbarometer steigt, der Stellenindex fällt. Das deutet auf einen strukturellen Wandel hin – nicht auf eine konjunkturelle Schwäche. Unternehmen wachsen, aber sie wachsen mit weniger neuen Stellen. Automatisierung, KI-gestützte Prozessoptimierung und Effizienzsteigerungen könnten den Zusammenhang zwischen BIP-Wachstum und Stellenaufbau entkoppeln.
Erstmals seit 2018 steigt die Schweizer Wirtschaftsaussicht, während die Online-Stellenausschreibungen fallen. Diese Divergenz könnte den Beginn einer neuen Ära am Arbeitsmarkt markieren: Wachstum ohne proportionalen Stellenaufbau.
Was die Daten für den SECO-Bericht erwarten lassen
Die offiziellen SECO-Arbeitsmarktdaten für Januar 2026 werden am ersten Dienstag im Februar (voraussichtlich 3. Februar 2026) veröffentlicht. Basierend auf dem SECO-Bericht vom Dezember 2025 und den aktuellen KOF-Daten lassen sich folgende Erwartungen ableiten: Die registrierte Arbeitslosenquote dürfte leicht über dem Dezember-Wert liegen. Der saisonale Effekt (Wintermonate = höhere Arbeitslosigkeit in Bau und Gastgewerbe) überlagert den Struktureffekt. Die ILO-Erwerbslosenquote – die auch nicht-registrierte Arbeitssuchende erfasst – dürfte weiterhin 2-3 Prozentpunkte über der SECO-Quote liegen. Diese doppelte Messung der Arbeitslosigkeit bleibt eines der am wenigsten verstandenen Phänomene am Schweizer Arbeitsmarkt. Besonders beachtenswert: Die Kurzarbeitsdaten wurden am 21. Januar aktualisiert. Kurzarbeit ist ein Frühindikator für strukturelle Anpassungen – wenn Firmen Stunden reduzieren statt Stellen streichen, zeigt das Unsicherheit bei gleichzeitigem Willen, Fachkräfte zu halten.
Die 5 wichtigsten Signale im Januar 2026
- KOF Job Tracker bei 123.2 – tiefster Stand seit Oktober 2024, aber Erholung auf 126.9 in Woche 4
- 12.1% Rückgang seit dem Allzeithoch vom Februar 2025 (140.2 Punkte)
- Konjunkturbarometer bei 103.4 – höchster Stand seit März 2025, Erholung +8.3%
- Erstmals Divergenz: Wirtschaftsaussichten verbessern sich, Stellenausschreibungen sinken
- Kurzarbeitsdaten vom 21. Januar aktualisiert – Frühindikator für versteckte Arbeitsmarktanpassungen
Tipp für KMU: Viele Unternehmen generieren mit automatisierten Kampagnen und Social Boost schnell passende Bewerbungen.
So funktioniert heyFinn
Von der Stellenbeschreibung zur laufenden Social-Media-Kampagne – in wenigen Minuten statt Tagen.
Stelle hochladen oder einfügen
Sie kopieren Ihre Stellenbeschreibung als Text, PDF oder Link in heyFinn. Optional fügen Sie Logo oder Teamfoto hinzu.
KI erstellt Inserat & Bewerbungsseite
heyFinn analysiert die Angaben und erstellt ein mobiloptimiertes Inserat, eine Landingpage und 4–5 einfache Screening-Fragen.
Optionales Abo wählen – KI den Social Boost
Wenn Sie möchten, wählen Sie ein heyFinn-Abo mit inkludiertem Anzeigenbudget. Die KI übernimmt Zielgruppen, Varianten und Aussteuerung auf Facebook & Instagram.
Bewerbungen im Dashboard bearbeiten
Alle Bewerbungen landen strukturiert im Dashboard – inklusive Antworten auf Screening-Fragen und optionaler CV-Analyse.
Möchten Sie den Ablauf unverbindlich testen?
Jetzt Inserat generieren
Weniger Stellen, mehr Konkurrenz – automatisieren Sie Ihre Reichweite
Testen Sie heyFinn kostenlos – keine Kreditkarte nötig.
heyFinn kostenlos testenWas bedeutet das für Recruiter?
Die Divergenz zwischen Konjunktur und Stellenmarkt hat konkrete Konsequenzen für die tägliche Recruiting-Arbeit: 1. Weniger Stellen = mehr Konkurrenz pro Ausschreibung Wenn weniger Positionen ausgeschrieben werden, kämpfen die verbleibenden Stellenanzeigen um dieselbe Kandidatenbasis. Die Qualität und Reichweite jeder einzelnen Ausschreibung wird wichtiger. Wer nur auf einem Portal inseriert, verliert gegen Arbeitgeber mit Multi-Channel-Strategie. 2. Struktureller Wandel erfordert neue Profile Wenn Unternehmen wachsen, aber weniger Stellen schaffen, verändern sich die gesuchten Profile. Technische Kompetenz, KI-Affinität und Prozessverständnis werden wichtiger. Die Stellenausschreibung von 2024 trifft nicht mehr den Kandidatenmarkt von 2026. 3. Der richtige Zeitpunkt zum Handeln ist jetzt Das Konjunkturbarometer signalisiert Wachstum. Erfahrungsgemäss folgt der Stellenmarkt mit 3-6 Monaten Verzögerung. Unternehmen, die jetzt ihre Recruiting-Pipeline aufbauen, sind bereit, wenn die Nachfrage anzieht.
Ausblick: Was kommt im Februar?
Im Februar 2026 erwarten wir mehrere wichtige Datenpunkte: - SECO-Arbeitsmarktbericht Januar 2026 (erste Februarwoche): Offizielle Arbeitslosenquote und Branchenaufschlüsselung - BFS Grenzgänger Q4 2025: Neue Quartalsdaten zu den rund 400'000 Grenzgängern in der Schweiz - KOF Konjunkturbarometer Januar 2026: Bestätigt sich die Erholung? Ausserdem stehen im Februar die ersten Flaggschiff-Analysen des Jahres an: C1 – Die zwei Arbeitslosenquoten wird die Diskrepanz zwischen SECO- und ILO-Daten erstmals umfassend mit 2025er-Zahlen analysieren. Und E1 – Generation Z am Arbeitsmarkt beleuchtet, wie die jüngste Erwerbsgeneration den Schweizer Stellenmarkt verändert. Der nächste Arbeitsmarkt-Puls erscheint Anfang März 2026.
Weiterführende Artikel
Die versteckte Recruiting-Krise: Was die Zahlen wirklich zeigen
Demografische Zeitbombe, Teilzeit-Revolution und Silver Workers – die echten Arbeitsmarktdaten 2026
Arbeitslosigkeit-Paradox: Offene Stellen trotz steigender Arbeitslosigkeit
Warum Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel gleichzeitig existieren können
KI-Schock: Bürojobs verschwinden – was die Daten zeigen
Automatisierung verändert den Schweizer Arbeitsmarkt schneller als erwartet
Kurzarbeit als Recruiting-Chance: Die Daten sprechen eine klare Sprache
Wie Kurzarbeit den Stellenmarkt beeinflusst und was Recruiter daraus lernen können
HR-Barometer 2024: Was Schweizer Arbeitnehmende wirklich wollen
Die wichtigsten Erkenntnisse der ETH-Studie für Ihre Recruiting-Strategie